Vom Ausweis zur Kombination aus Badge und Smartphone
Zutrittskontrolle entwickelt sich weiter – und Hersteller können es sich nicht leisten, mobile Lösungen zu ignorieren. Mobile Zutrittsberechtigungen sind keine nette Ergänzung mehr, sondern eine Standardanforderung. Sie tauchen in Ausschreibungen auf und beeinflussen Kaufentscheidungen branchenübergreifend.
Hersteller müssen mobile Zutrittslösungen anbieten, die ebenso reibungslos funktionieren wie physische Karten. Wer sich rechtzeitig anpasst, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Warum Wallet-basierte mobile Zutrittskontrolle nicht ideal ist
Wenn man an mobile Zutritt denkt, kommen meist Apple Wallet oder Google Wallet in den Sinn. Diese sind benutzerfreundlich, bringen jedoch erhebliche Herausforderungen für Hersteller und Integratoren:
1. Hardwaregrenzen und technologische Abhängigkeiten
Wallet-basierte Lösungen erfordern die Unterstützung von Apple ECP2 Protokoll. Das bedeutet hohe Aufwand und Investitionen für die Zertifizierung und Lösungskonformitätsprüfungen mit Apple.
2. Kontrollverlust und Datenschutzfragen
Die Verwaltung der Zutrittsdaten liegt bei Apple oder Google. Diese fordern die Statistikdaten der Technologie-Nutzung – eine Herausforderung für Unternehmen mit strikten Datenschutzrichtlinien.
3. Hohe Gesamtkosten
Wallet-basierte Credentials durchlaufen eine lange Wertschöpfungskette, bis sie den Endkunden erreichen – jeder Beteiligte daraus nimmt seine Gebühren. Die Summe daraus kann pro Nutzer pro Jahr einen zweistelligen Eurobetrag erreichen, was die Kauffreude beim Kunden deutlich senkt.
4. Keine Offline-Kompatibilität
In Europa, insbesondere in den DACH- und Benelux-Regionen, sind Offline-Smartlocks weitverbreitet. Diese verwenden meist den OSS-SO-Standard, um den Batteriestatus und sicherheitsrelevante Ereignisse an die Zutrittskontrollsoftware zurückzumelden. Dafür muss das Schloss die Daten an das mobile Zutrittsmedium zurück übermitteln – was bei Wallet-basierten Lösungen nicht möglich ist.
5. Abhängigkeit von Drittanbietern
Wallet-basierte Strategien sind abhängig von Apple und Google. Änderungen bei Authentifizierung, Funktionen oder Preisen wirken sich direkt auf das Produkt aus – ohne Einflussmöglichkeit des Herstellers.
Wallets haben dazu beigetragen, mobile Zutrittskontrolle bekannt zu machen, sind aber nicht universell dafür geeignet. Zum Glück gibt es eine leistungsfähige Alternative.
NFC HCE: mobiler Zutritt ohne Wallets
NFC Host Card Emulation (HCE) emuliert kontaktlose Chipkarten direkt in einer App. Android-Geräte unterstützen HCE seit 2013 (ab Version 4.4). Die Technologie wird weltweit für Bezahlvorgänge, Fahrkarten und sichere IDs eingesetzt.
Lange war iOS der fehlende Baustein. Apple beschränkte den NFC-Zugriff für Drittanbieter. Doch unter regulatorischem Druck – etwa durch den EU Digital Markets Act – öffnet Apple ab iOS 17.4 (in der EU) und verstärkt mit iOS 18 global den Zugriff auf ausgewählte HCE-Anwendungen.
Damit wird ein vollwertiger, plattformunabhängiger, wallet-freie Zutritt auf iOS und Android realisierbar.

CoreWillSoft macht NFC HCE auf iOS und Android nutzbar
Mit der „Tap-to-Open“-Lösung können Unternehmen Zutrittsberechtigungen direkt in einer App nutzen – ohne Apple oder Google Wallet.
Ablauf:
- Die App wird durch Annäherung an das Lesegerät aktiviert.
- Im zweiten Schritt wird die Zutrittsberechtigung sicher via NFC HCE an den Leser übertragen.
- Das Zutrittskontrollsystem bzw. ein elektronisches Schloss wertet die Berechtigung aus und gewährt Zutritt.
Dieses Verfahren unterstützt sowohl Online- als auch Offline-Zutrittskontrollsysteme.
NFC HCE Weiterentwickelt: Sofortiger Zutritt über iOS Lock-Screen Widgets
Vorteile für Anbieter von Zutrittskontrollsystemen
1. Breite Abdeckung und Nutzerakzeptanz
Wallet-freie HCE-Lösungen funktionieren auf den meisten NFC-fähigen Smartphones der letzten 5+ Jahre. Damit können alle Mitarbeitenden einbezogen werden – auch mit älteren Geräten.
2. Einheitliche Zutrittserfahrung
Die App kann mehrere Verfahren integrieren: NFC, Bluetooth, QR-Codes. Auch Login, Liftsteuerung, Spind-Entsperrung oder Kantinenzahlung sind möglich.
3. Preiskontrolle und Projektkosten
Bestehende RFID Leser (z. B. mit MIFARE® DESFire®) lassen sich überwiegend per Firmware anpassen. Keine teure Hardware-Erneuerung ist notwendig.
4. Ihre Daten, Ihre Anwendungsszenarien
Die App kann Zutrittsberechtigungen anzeigen, Benachrichtigungen senden oder administrative Auswertungen unterstützen. Auch Wartungsdaten lassen sich durch spezielle Admin-Modi abrufen.
Unterschiede beim mobilen Zutritt
| Faktor | 💳 Wallet-basiert | 📱 App-basiert |
|---|---|---|
| Bereitstellung | Keine App-Installation erforderlich | Benötigt eine dedizierte App |
| Wartung | Keine Kontrolle über Updates | Volle Kontrolle über Updates |
| Benutzererlebnis | Vorgegebene Wallet-Oberfläche | Gebrandete, einheitliche App |
| Tür-Öffnung | 1 Tap | 1 oder 2 Taps, abhängig vom Zustand |
| Steuerung | Gebunden an Apple-/Google-Richtlinien | Volle Kontrolle |
| Integration | Benötigt spezielle Leser | Funktioniert mit Standardlesern |
| Kosten | Nutzungsabhängige Plattformgebühren | Keine nutzungsabhängigen Gebühren |
NFC HCE Weiterentwickelt: Sofortiger Zutritt über iOS Lock-Screen Widgets
Technische Beratung für Hersteller und Integratoren
Die Integration von HCE, insbesondere unter iOS, erfordert technisches Know-how:
- Beantragung von Apple-HCE-Berechtigungen (Entitlements)
- Firmware-Anpassung vorhandener Leser
- Entwicklung von APIs zur Verbindung zwischen der App und dem Backend
- Erweiterung oder Entwicklung von mobilen Apps
CoreWillSoft begleitet Partner von dem Lösungskonzept bis zum produktiven Einsatz. Durch unsere Erfahrung erkennen wir frühzeitig Optimierungspotenziale für die Umrüstung auf die NFC-HCE Technologie – etwa durch zielgerichtete Leser-Updates mit Polling-Anpassungen.

Fazit: Zukunftssicherer mobiler Zutritt mit CoreWillSoft
Mobile Credentials sind Standard. Wallet-basierte Lösungen reichen nicht aus, um alle Anforderungen zu erfüllen und alle Kundengruppen zu bedienen. HCE bietet Herstellern, Systemintegratoren und Lösungsanbietern eine wirtschaftlich attraktive Alternative.
Mit Tap-to-Open liefert CoreWillSoft eine sofort einsatzfähige, skalierbare Zutrittslösung für iOS und Android.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um mobile Zutrittssteuerung in Ihre Lösung zu integrieren. Die Technik ist bereit. Der Markt ebenso. Und Sie?


